Folge 56: Die goldene Mitte – Wann ist Perfektionismus schädlich?

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Ab wann ist man zu perfektionistisch? Bis wann ist es ein gesunder Antrieb? Ab wann ist es einfach zu viel? Ab wann sehe ich die Dinge vielleicht sogar zu locker? Hast du dir diese Fragen auch schonmal gestellt? Damit bist du nicht alleine. Ich habe mir früher diese Frage sehr oft gestellt und möchte dir in dieser Folge 7 Impulse geben, die dir dabei helfen sollen eine Antwort für dich zu finden.

Was bedeutet es eigentlich in seiner Mitte zu sein oder die Balance zu halten?

Vor einiger Zeit hat mich eine Frage aus der Community erreicht, die mich sehr bewegt hat. Ich zitiere am besten einfach mal die Frage:  

„Ich finde es manchmal sehr schwer diese goldene Mitte zwischen Perfektionismus und Verbesserung zu finden. Man sagt immer, muss alles nicht perfekt sein, das ist eine falsche Einstellung. Locker muss auch nicht sein und die Arbeit an sich selbst ist auch immer willkommen. Wie kann man diese goldene Mitte immer finden und sagen stopp hier gehe ich falsch aber hier doch muss ich bissel hartnäckig sein um was zu erreichen“

Community Member

Hand aufs Herz. Wer hat sich diese Frage nicht schonmal gestellt? Es war mir ein Bedürfnis auf dieses Statement einzugehen und dir Impulse zu geben, sieben um genau zu sein. Bevor ich mit Impuls eins starte möchte ich einige Dinge vorab erwähnen.

Die Frage nach der inneren Balance, der goldenen Mitte auch nur wieder ein weiteres Anzeichen wie sehr dich der Perfektionismus im Griff hat. Oder mit anderen Worten… du willst ein perfekt ausgeglichenes Leben führen? Vielleicht etwas überspitzt dargestellt, aber wenn du genau hinspürst dann ist das dein Hintergedanke.

Genau deswegen nenne ich Perfektionismus immer den heimlichen Saboteur. Er hat sich schon längst da eingeschlichen wo du eventuell den Ausweg vermutest oder wo du ihn am wenigsten erwartest. Vielleicht steckt die Lösung ganz woanders?

Was stellst du dir denn unter der goldenen Mitte vor? Was bedeutet das für dich überhaupt. Vielleicht hast du nur einen oder zwei Lebensbereiche im Blick und du versuchst innerhalb dieses Bereiches dein Leben in Balance zu bringen. Doch es gibt viel mehr Lebensbereiche.

  • Gesundheit
  • Fitness
  • Entspannung
  • Geist/Seele
  • Beruf
  • Familie
  • Freunde
  • Partner
  • Konsum
  • Freizeit

7 magische Impulse, wie du die es schaffst die Balance zu halten

Vielleicht ist die Lösung für dich um deine Mitte zu bekommen in einem Lebensbereich versteckt in dem du sie gar nicht vermutest. Und dazu geben ich dir auch gleich den ersten Impuls.

Impuls 1: Bist du bereit aufzugeben wer du scheinbar aktuell bist?

Als ich zum ersten Mal damit konfrontiert wurde, dass mein Perfektionismus ein Thema ist, verfiel ich Komplett in Panik. In mir ist fast schon ein Weltbild zerbrochen. „Wie, ich soll aufgeben wer ich bin? Das macht mich doch weniger zu mir selbst? Das hat mich doch hierhergebracht? Jetzt wo ich schon so weit gekommen bin damit aufhören?“

Ich hatte Angst alles zu verlieren was ich erschaffen hatte. Mich selbst aufgeben zu müssen. Dabei hatte ich doch so hart dafür gearbeitet. Nicht nur, was das außen betraf, sondern auch innerlich. Ich hatte mich nach einigen Trennung endlich wieder selbstbewusst gefühlt.

Fast Forward: Im Nachhinein weiß ich, dass ich mich nicht selbst gefunden hatte. Ich war genau zu dieser Zeit am aller aller wenigsten ICH SELBST, aber das ist vielleicht eine andere Story 😉 Die Essenz aus dem Impuls. Du musst bereit sein für Veränderung, wenn du dich aus der Balance fühlst

Impuls 2: Was versuchst du zu kompensieren?

Erinnerst du dich daran was ich eingangs geschrieben habe? Dass es viele verschiedene Lebensbereiche gibt und die Lösung eventuell ganz woanders liegt? Hier ein Beispiel:

Vielleicht ist es so, dass du beruflich unglücklich bist oder wenig erfolgreich. Dadurch versuchst du eventuell in einem anderen Lebensbereich dafür umso erfolgreicher zu werden. Vielleicht im Sport, oder als Freund. Du fühlst dich dadurch vielleicht kurzzeitig besser, aber der berufliche Lebensbereich bleibt trotzdem im Ungleichgewicht. Und der Sport gerät zudem aus dem Gleichgewicht, weil du versucht etwas zu kompensieren. Vielleicht liegt deine Lösung darin, dass dein Sinn fürs Leben irgendwie gerade nicht kongruent ist mit anderen Bereichen.

Ja, das ist eine komplexe Angelegenheit.

Bei mir was es zum Beispiel so. Ich war in meinen Privatleben Freundschaftlich und Partnerschaftlich so unglücklich, dass ich mich in die Arbeit gestürzt habe, denn da bekam ich Anerkennung. Doch mit der Zeit geriet auch das aus dem Ruder und ich wurde zum gestressten Workaholic.

Die Lösung für mich war folgende: Ich habe mir gezielt neue Hobbies und Freizeitaktivitäten gesucht. Weil dieser Spaß machten war es leicht für mich, früher aufzuhören mit der Arbeit. Und weil ich mehr Freizeit hatte und ausgeglichener war rückten auch andere Interessen 😉 wieder in den Vordergrund.

Deine Reflexionsfrage: In was flüchtest du? Wovor rennst du weg?

Impuls 3: Übertriebene Vorstellung

„Ich kann es alles haben. Durchtrainiert, erfolgreich im Beruf, optimale Freizeitgestaltung, Familie.“ Genau das wird uns oft suggeriert. Meine persönliche Erfahrung und meine Beobachtungen zeigen, dass das gar nicht funktioniert.  Das Leben verändert sich ständig und wir mit ihm. Ob wir es wollen oder nicht. Wenn du plötzlich Familie hast, dann rücken eben andere Prioritäten in den Vordergrund.

Wenn du damit okay bist, fühlst du dich trotzdem in Balance. Wenn du damit nicht okay bist, dann kämpfst du.

Aus energetischer Sicht gesehen sind wir je nach Phase in verschiedenen Energien. Und jede Energie oder jede Lebensphase fordert andere Prioritäten von Dir. Schon alleine diese Erkenntnis kann vielen erleichtern.

Deine Reflexionsfrage: Welche Priorität willst du setzen? Welcher Priorität fordert deine aktuelle Lebensphase von dir?

Impuls 4: Falsche Vorstellung von Balance

Ich glaube wir haben ganz oft die Vorstellung vom Leben, dass das Leben so verläuft, wie eine gerade Linie. Dass das Ziel ist immer in der inneren Mitte zu sein und du wie ein grinsender Mönch durchs Leben laufen musst. Dass wir uns nie aufregen und alles Friede Freude Eierkuchen ist. Alles läuft.

Und wenn irgendwas aus der Spur läuft, dann stimmt etwas nicht.

Einer meiner Lieblingsfilme ist „Eat, Pray, Love“. Als Liz Bali verlassen will sieht sie noch einmal Kentut. Eine alten weisen Mann, der ihr vieles prophezeit hat und für den sie auf Bali gearbeitet hat.  Er fragt sie ob sie denn noch in Love sei mit ihrem Lover. 🙂 Sie sagt, sie hätte es beendet, weil sie ihre Balance nicht halten konnte mir ihm.

Da sagt Kentut folgenden Satz: “Sometimes to loose Balance for Love, is part of living a balanced Life.“

Was, wenn die Goldene Mitte, Balance finden, die innere Mitte finden…

  • Was, wenn du das erreichst indem du die Up‘s and Down‘s die das Leben nun mal mit sich bringt lernst zu akzeptieren und vielleicht auch zu genießen?
  • Was, wenn du akzeptieren könntest, dass das Leben nicht kontrollierbar ist. Sondern, dass du ausgeglichenste Leben genau dann führst, wenn scheinbar nichts im Gleichgewicht ist.

Jap, etwas philosophisch, aber vielleicht finden dich ja meine Worte auf die ein oder andere Weise.

Impuls 5: Body & Soul Connection

Es ist fast schon eine Kunst geworden für die meisten Menschen in sich hinein zu spüren. Was brauche ich jetzt eigentlich? Die meisten Menschen heutzutage sind nicht mehr mit ihrem Körper, geschweige denn mit ihrer Seele verbunden. Wir lassen nur noch unseren Kopf steuern. Wenn du dir das Statement nochmal genau durchliest von dem lieben Community Member und ein bisschen zwischen den Zeilen liest, dann hörst du eine schreiende Seele.

Aber die Seele stellt nicht die Frage: Wie finde ich meine innere Balance? Die Seele stellt eine andere Frage.

Eines meiner Selbstsabotage Muster war es auch mich zu sehr zu schonen. Denn in Wirklichkeit hatte ich Angst etwas nicht gewachsen zu sein. Oder Angst davor was passiert, wenn ich versage.

Reflexionsfrage 1: Was braucht deine Seele? Zum Beispiel. Brauchst du mehr Disziplin oder brauchst du mehr Selbstliebe? Sei ehrlich zu dir selbst.

Reflexionsfrage 2: Vor was hast du Angst und wie versuchst du diese Angst auszutricksen?

Impuls 6: Trial & Error

Vielleicht hast du deine Mitte in Anführungszeichen schon so lange nicht mehr gesehen oder gespürt, dass du gar nicht mehr weißt wie sich diese anfühlt. Und da hilft es einfach nur sich Stück für Stück wieder anzutrainieren.

Nimm daher den Impuls 4 und fühl regelmäßig in dich hinein, aber du kannst ruhig auch eine kleine Strategie dahinter setzen. Du programmierst dein System um, da ist es nun mal am Anfang nötig sich selbst auszutesten.

Setze dir auch gerne zum Beispiel eigene Kompromisse. Geh in Verhandlungen mit deinen Anteilen, wenn nötig. Was bei mir Imbalance verursachte war der Drang nach ständiger Research. Immer noch bessere Inputs zu bekommen. Etwas das ich noch nicht wusste zu finden. Mein Kompromiss war es maximal drei verschiedene Quellen zu Rate zu ziehen.

Impuls 7: Es geht nicht um ‚Hartnäckigkeit‘ im Leben

Das Wort an sich klingt schon nach Verbissenheit und alles andere als leicht. Auch wenn nicht immer alles im Leben einfach ist, denke ich nicht, dass Hartnäckigkeit der Weg ist. Spüre einfach mal rein in deine Wortwahl. Lieber kontinuierlich etwas verfolgen, als hartnäckig. Merkst du den Unterschied? Etwas kontinuierlich tun erlaubt mehrere Facetten. Spaß, vielleicht ist es nicht immer einfach, aber größtenteils sollte es dir Freude bereiten. Wohingegen du doch bestimmt nicht dein Leben lang Ziele erreichen willst aus der Hartnäckigkeit heraus.

Kurz und Knackig. Es geht nicht darum auf Biegen und Brechen etwas zu erreichen. Sondern Spaß bei der Sache zu haben und langfristig dranzubleiben.

Abschluss Disclaimer und ein letzter Input

Das Thema mit der Balance ist einfach sehr individuell und ich hoffe, dass meine Impulse dir dabei geholfen haben, das ein oder andere zu überdenken.

Ich bin der Meinung das es eine der größten Aufgaben im Leben ist unser Mensch sein zu akzeptieren und wir es irgendwann auch einfach auskosten und genießen können. Deine Seele wollte diese menschliche Erfahrung machen und dazu gehört es auch mal eben nicht in Balance zu sein. Du bist keine Maschine und kannst nicht immer nur funktionieren.

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